| Allasch |
Unter Allasch wird ein unter Verwendung von Kümmeldestillat hergestellter Kümmellikör verstanden, der sich durch hohen Alkoholgehalt, ein starkes reines Kümmelaroma und einen reichlichen Zuckerzusatz auszeichnet.
Mindestalkoholgehalt: 30 % Vol. |
| Angostura |
Das ist die Bezeichnung für einen Stark-Bitteren, benannt nach der venezolanischen Stadt Angostura (jetzt Ciudad Bolivar).
Der Angosturabitter ist ein sehr extraktreicher Bitter und deshalb nur auf dem Auszugsweg herstellbar. Er ist reich an allerlei Vegetabilien, sehr stark aromatisch-würzig, von intensiv bitterem Geschmack und dabei nur wenig gesüßt. Trotzdem ist der führende Geschmack der Angosturarinde unverkennbar und wird auch durch den Anteil an cumarinhaltigen Tonkabohnen (Verwendung in Deutschland verboten!) unterstützt. Charakteristisch ist die leuchtend braunrote Farbe, die durch einen verhältnismäßig großen Gehalt an rotem Sandelholz erzielt wird. Das Sandelholz hat aber nur einen Farbwert. |
| Anis |
Eine Spirituose mit Anis darf als Anis bezeichnet werden, wenn ihr charakteristisches Aroma ausschließlich von Anis und/oder Sternanis und/oder Fenchel herrührt.
Mindestalkoholgehalt: 35 % Vol., bei einer Spirituose mit Anis (ausgenommen Ouzo, Pastis) 15 % Vol. |
| Aprikosen- brand |
Beim Aprikosenbrand aus frischen Früchten handelt es sich um einen Edelbranntwein, der wie kaum ein anderer diesen Namen verdient. Das volle, liebliche, harmonische Steinobstbukett tritt darin in seltener Reinheit ohne jede fuselige Nuance hervor. Das spezifische Aroma der Frucht kommt nur im Nachgeschmack zur Geltung, trotzdem ist die Spirituose von besonderer Eigenart, die gerade in der Harmonie der einzelnen Geschmackskomponenten, der Reinheit und der Fülle des Bukett besteht.
Das Nationalgetränk der Ungarn ist ein Aprikosenbrand, der in Deutschland eher eine bescheidene Rolle spielt. Es handelt sich um den "Barack Palinka" (sprich: Baratschk).
Mindestalkoholgehalt: 37,5 % Vol. |
| Aprikosen-
branntwein |
s. Stichwort Aprikosenbrand. |
| Aquavit
|
Der Name Aquavit wird von lat. "aqua Vitae" (Lebenswasser) abgeleitet.
Aquavit bzw. Akvavit gehört zu den Spirituosen mit Kümmel. Es ist die typische Spirituose Dänemarks ("Dansk Akvavit) und der übrigen skandinavischen Länder.
In Italien wird unter Aquavit Branntwein allgemein verstanden.
Mindestalkoholgehalt: 37,5 % Vol. |
| Arrak |
Arrak ist ein Branntwein, der durch Vergären und Destillieren von Reis, Zuckerrohrmelasse oder zuckerhaltigen Pflanzensäften gewonnen wird und durch den im Ursprungsland üblichen Herstellungsvorgang diejenigen charakteristischen Eigenschaften erhält, die beteiligte Verkehrskreise von einem Arrak erwarten.
Arrak-Verschnitt ist eine Mischung von Arrak mit Alkohol anderer Art. Der Anteil an Alkohol aus Arrak muß mindestens 10 % des Gesamtalkohols des trinkfertigen Erzeugnisses betragen. |
| Aufgesetzter |
Aufgesetzter, früher überwiegend im Haushalt in Westfalen hergestellt, wird entweder durch Aufsetzen von schwarzen Johannisbeeren in Sprit oder Korn oder durch Mischen von Sprit oder Korn mit dem Saft von schwarzen Johannisbeeren gewonnen. |
| Bacardi |
s. Stichwort "Rum" |
| Bärenfang |
Bärenfang bzw. Petzfang ist ein Honiglikör, der in Ostpreußen bzw. Königsberg beheimatet ist. Er besteht im wesentlichen aus Honig und Primasprit. Auf den Zusatz von Gewürzen, der in manchen Rezepten vorgeschrieben ist, kann ganz verzichtet werden. Je besser der Honig und je reiner der verwendete Alkohol, desto besser wird der Likör schmecken.
Mindestalkoholgehalt: 15 % Vol. |
| Barack |
s. Stichwort "Aprikosenbrand" |
| Bénédictine/
Benediktiner |
Französischer, aromatisch, kräftiger, goldfarbener Likör, in allen Erdteilen bekannt.
Zur Herstellung des Bénédictine-Likörs benötigt es mindestens 27 verschiedene Pflanzenarten (Ysop, Melisse, Koriander, Engelwurz, Thymian, Nelken, Safran, Zimt, Muskatnuß, Frauenhaar aus Pakistan, Bisamstrauch vom Äquator...) Das große Geheimnis bei der Herstellung dieses Likörs liegt in der exakten Abgewogenheit bei der Mischung von Pflanzen, Früchten und Gewürzen.
Alkoholgehalt: 43 % Vol. |
| Berliner Kümmel |
Eine in die Klasse der Kümmelbranntweine oder Kümmelliköre (s. Stichw.) einzureihende Spirituose, deren Extraktgehalt zwischen dem des Aquavits und dem Allaschs zu liegen pflegt. Die Bezeichnung Berliner Kümmel ist eine geschützte geographische Herkunftsangabe für einen Kümmellikör.
Mindestalkoholgehalt: 30 % Vol. |
| Bittere |
Bittere sind Spirituosen mit vorherrschend bitterem Geschmack, die durch Aromatisieren von Neutralalkohol mit natürlichen und/oder naturidentischen Aromastoffen oder -extrakten gewonnen werden.
Gemeinsam ist allen Bitteren der herbbittere Geschmack und bei vielen die behauptete Heilwirkung für den Magen zum Beispiel. Ansonsten sind die Bitteren variabel im Alkoholgehalt und lassen sich auf keine gemeinsamen Grundstoffe zurückführen. Wurzeln, Rinden und Blätter spielen eine große Rolle bei der Verarbeitung.
Hinweise auf die heilenden Kräfte von Bitteren sind, wie bei den Spirituosen allgemein, nach den deutschen Vorschriften untersagt. Erlaubt ist hingegen der Hinweis auf die verdauungsfördernde und/oder appetitanregende Wirkung von Bitteren, was zum Beispiel die Bezeichnung von Magenbitter oder Magenlikör rechtfertigt.
Mindestalkoholgehalt: nach EG-Recht nur 15 % Vol., allerdings liegt er in Wirklichkeit viel höher. |
| Bommerlunder |
Feiner würziger Aquavit, der weit über die Grenzen Deutschlands bekannt und geschätzt ist. Die Spirituose wird gewonnen, indem Neutralalkohol, Kümmel und/oder Dillsamen sowie die anderen Geschmacksstoffe (z.B. Koriander, Nelken, Zimtrinde, getrocknete Zitronenschalen) zugegeben werden und dieses Gemisch destilliert und rektifiziert wird.
Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 % Vol. |
| Boonekamp |
Boonekamp ist ein echter Vertreter der Bitterspirituosen. Der Geruch ist aromatisch-würzig, leicht lakritzenartig. Der Geschmack sollte zunächst lakritzenhaft-süßlich und von einem kräftig-aromatischen extraktiven Gewürzcharakter gekennzeichnet sein, der in eine sehr starke bittere Geschmacksnote mit leicht wärmend-brennendem Typ ausläuft.
Boonekamp gehört zu der Gruppe der magenfreundlichen Kräuterphantasien, deren Inhalte und Dosierung der Kräuter, Wurzeln und Rinden sich im Laufe der Jahre den Käuferwünschen und Entdeckungen anpaßten.
Alkoholgehalt: 40 % Vol. |
| Borovicka |
ist ein in Osteuropa üblicher, hocharomatischer wasserklarer Wacholderlikör (45 - 50 % vol). Er zählt im Inland zu den Gewürzlikören |
| Bourbon Whisky |
Bei Bourbon handelt es sich um einen der sehr vielen amerikanischen Whiskysorten, allerdings die beste.
Bourbon weist ein besonders kräftiges und intensives Aroma auf und eignet sich vorzüglich zu Mischgetränken, insbesondere mit Fruchtsäften wie Zitronen- und Orangensaft, läßt sich aber auch hervorragend mit Ginger Ale, Cola, Tonic Water, Zitronenlimonade usw. mischen.
Mindestalkoholgehalt: 40 % Vol. |
| Brandy |
Aus dem mittelalterlichen niederdeutschen Begriff "brendewin" für Branntwein wurde im Schwedischen "brännvin", im Holländischen "brand vijy" und im Englischen "brandy vine". Im Zeitalter der Abkürzungen, im 20. Jahrhundert, entstand daraus der Begriff "Brandy". Die Abkürzung bedeutet nichts anderes als "Brannt", "Gebrannt".
Der Begriff "Brandy" ist in seiner ursprünglichen englischen Bedeutung entsprechend mit Weinbranntwein gleichzusetzen und wird in den meisten Fällen auch gleichgesetzt. Der Brandy-Begriff wird aber auch auf Branntweine angewandt, die aus anderen Stoffen als Wein stammen, also keine Weinbranntweine darstellen. Eine Änderung des Brandy-Begriffes ist bereits vor Jahrzehnten eingetreten, indem er sich von der ursprünglichen Bedeutung entfernte. Es ist heute auf dem internationalen Getränkemarkt üblich, unter dem Namen "Brandy" ohne jeden weiteren Zusatz im allgemeinen einen Weinbranntwein zu verstehen. |
| Calvados |
Der Name des französischen Departements Calvados in der Normandie bildet die nach französischen Recht geschützte Bezeichnung für den im Gebiet der Normandie, der Bretagne und des Maine erzeugten Brand aus Apfelwein. Seine Bernsteinfarbe und sein besonderes Bukett erhält er durch Lagerung in Eichenholzfässern. Er hat oft 50 % Alkohol oder mehr.
Calvados ist eine geschützte geographische Herkunftsangabe. |
| Campari |
Aromatisches Getränk aus Kräutern, Wurzeln und Früchten mit angenehm bitterer Note.
Auf seinem Flaschenetikett steht die Bezeichnung "Bitter" ohne jedoch ein Magenbitter zu sein.
Campari mit relativ niedrigem Alkoholgehalt von 25 % Vol. einerseits und exotischen Zutaten andererseits ist ein äußerst anpassungsfähiges Getränk. Nicht nur in den klassischen Kombinationen "on the rocks", "mit Soda", "mit Orange" oder "mit Sekt" ist er zu einem Synonym geworden für eine Trinkkultur eigener Prägung. Seine Vielseitigkeit fordert zum Mixen geradezu heraus. So hat es sich zum Beispiel gezeigt, daß Campari mit tropischen Säften und Zutaten ausgezeichnet harmoniert. |
| Cassis |
Fruchtsaftlikör aus dem Saft der schwarzen Johannisbeere. Der französische provinzielle Ausdruck cassis bezeichnet zunächst die schwarze Johannisbeere, sodann in Frankreich einen durch Ansetzten schwarzer Johannisbeeren mit Agraralkohol und Zucker gewonnenen Likör.
Mindestalkoholgehalt: 15 % Vol. |
| Chartreuse |
Ein international bekannter Name unter den Kräuterlikören ist der französische Chartreuse.
Für den Chartreuse-Likör werden 130 verschiedene Heilkräuter und Würzpflanzen, wie Arnika, Angelika oder Thymian, Melisse, Muskat, Pfefferminz, Gewürznelke, Tannenknospe u.a. benötigt, die zum großen Teil aus dem bewaldeten Bergmassiv in der Nähe von Grenoble stammen. Nur drei Mönche des Klosters, das heute Saint-Pierre de Chartreuse heißt, kennen jeweils das Rezept. Auch die für den Alkohol benötigten Weine werden von den Mönchen selbst angepflanzt. Der kräftige grüne Chartreuse, das "grüne Feuer", wurde 1832 während der Choleraepidemie in Frankreich als Heilmittel verwendet. Er soll außerdem verdauungsfördernd sein Der gelbe Chartreuse ist süßer und milder. Beide reifen rund fünf Jahre in großen Eichenfässern zum exquisiten Bouquet heran.
Der Alkoholgehalt beträgt beim grünen Chartreuse 55 % vol, bei der gelben Variante 43 % vol. |
| Cherry Brandy |
Eine besondere Art Kirschlikör ist der Cherry Brandy. Er ist im wesentlichen eine Zubereitung aus Kirschsaft, Kirschwasser, Zucker oder Stärkesirup, Sprit und Wasser.
Er muß einen genügenden Gehalt an Kirschsaft und Kirschwasser haben, um den Geruch und Geschmack dieser Stoffe erkennen zu lassen. |
| Cocktails |
Das Wort Cocktail stammt aus dem Englischen und bedeutet, wörtlich übersetzt, Hahnenschwanz. Meist wird so ein Getränk bezeichnet, das unmittelbar vor dem Genuß aus oder unter wesentlicher Mitverwendung von Spirituosen gemischt wird. |
| Cognac |
Die Bezeichnung Cognac ist durch das deutsch-französische Abkommen vom 08.03.60 geschützt. Als Cognac darf somit nur ein französischer Branntwein bezeichnet werden, der alle nach französischem Recht gestellten Anforderungen hinsichtlich Herstellungsbereich, Rohstoff, Destillationsweise. Lagerung und Mindestalkoholgehalt erfüllt.
Der Herstellungsbereich umfaßt die beiden Departements Charente und Charente-Maritime, als Ausgangsrohstoff dient Wein, der ausschließlich aus bestimmten weißen Rebsorten ohne jede Anreicherung gewonnen wurde.
Die Mindestlagerdauer beträgt 30 Monate, eine darüber hinausgehende Alterung kann durch zusätzliche Angaben in der Etikettierung kenntlich gemacht werden.
Die gesamte Herstellung einschließlich der Abfüllung geschieht im genannten geographischen Herstellungsbereich.
Mindestalkoholgehalt: 40 % Vol. |
| Cointreau |
Bei Cointreau handelt es sich um einen begehrten französischen Likör, der besonders bei Konsumenten in der Bundesrepublik Anklang gefunden hat. Er ist nicht klösterlicher Herkunft.
Es war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, als dieser Likör Furore machte und zwar nicht nur in Frankreich selbst. Auf allen internationalen Messen wurde der 40prozentige Cointreau-Likör schon präsentiert (über 60 Goldmedaillen). In weit über 200 Länder wird er heute abgesetzt. In vielen Ländern bestehen heute eigene Niederlassungen. Vom Export von Cointreau aus Frankreich geht nicht weniger als ein Fünftel an die Bundesrepublik.
Der Cointreau-Likör wird seiner Art nach als herb und curacaoartig bezeichnet. Er ist in Angers an der Loire, dem südwestfranzösischen Tal, das durch seine Schlösser berühmt ist, geboren. Die Destillerie wird von der Familie Cointreau seit 1827 in sechster Generation betrieben. Destilliert wird er aus Schalen von grünen und bitteren Orangen sowie aus geheimen Kräuterzutaten.
Die Orangen werden aus den Antillen sowie aus Marokko und Spanien importiert.
Die Schalen werden mit Sorgfalt von der weißen Innenhaut abgelöst und danach nach einem alten Familienrezept destilliert. Das Destillat wird mit Zuckersirup vermengt und die Mischung wird in der Folge über längere Zeit bis zu Erreichung ihres Reifegrades gelagert. |
| Curacao |
Curacao ist eine Abart der Pomeranze und hat eine grüne Schale. Die Curacao-Frucht besitzt ein noch ausgeprägteres, herb bitteres Aroma als die Stammfrucht, die Pomeranze selbst.
Curacoalikör verdankt seinen Geschmack und sein Aroma der Schale der Frucht, die früher nur auf der westindischen Insel Curacao wuchs. Heute werden diese Früchte auch in anderen Gebieten, darunter in Südeuropa, angebaut.
Man unterscheidet den blauen und weißen Curacao. Der blaue Curacoalikör (34 % Vol.) gilt als der Mixlikör schlechthin, denn er gibt Cocktails und Longdrinks einen Hauch von Exotik. Die häufig auf Flaschen mit Curacao befindlichen Bezeichnungen "Sec" oder "Triple Sec" verbürgen einen größeren Gehalt an Alkohol-Volumenprozenten. |
| Danziger Goldwasser |
Bezeichnungen wie "Danziger Goldwasser", "Goldwasser" oder ähnliche Bezeichnungen können nur für einen Gewürzlikör verwendet werden, der nach Art des zuerst in Danzig hergestellten Goldwassers bereitet ist.
Diesem feinwürzigen, wasserhellen Likör werden viele Teilchen von reinem feinstverteiltem Blattgold beigegeben. Bei dem fein verteilten, zerkleinerten Blattgold handelt es sich tatsächlich um echtes Gold, das bis zu der winzigen Dicke von ungefähr 1/8000 mm ausgeschlagen wird. Ein Ersatz für das Blattgold ist nicht erlaubt. Ein unechtes Blattgold aus Messing oder Tombakblech würde man unschwer daran erkennen, daß es im Likör mit der Zeit schwarz wird. Die für das Goldwasserdestillat üblichen Aromen bestehen der Hauptmenge nach aus Zitronen- und Pomeranzenschalen, Kardamom, Koriander und Mazisblüte. Dazu treten noch kleinere Mengen von Nelken, Zimt, Kümmel, Selleriesamen, Anis und Zimtblüte; schließlich kommen auch noch geringe Zusätze von Lavendelblüten, Rosmarinkraut, Wacholderbeeren, Veilchen- und Kalmuswurzel in Betracht. Bei der Ausmischung des Likörs werden außerdem noch Rosen- und Orangenblütenwasser und auch etwas Kirschwasser zugesetzt.
Mindestalkoholgehalt: 38 % Vol. |
| Doppel- |
Bezeichnung wie Doppel-Korn, Doppel-Kümmel u.ä. sind für Spirituosen zulässig, die einem über den Mindestalkoholgehalt hinausgehenden Alkoholgehalt von wenigstens 38 % Vol. aufweisen. |
| Drambuie |
Es handelt sich um einen goldgelben, in Schottland bereiteten Likör aus Malzwhisky, Heidehonig und Heidekräutern. |
| Eierlikör |
Eierlikör ist eine Zubereitung aus Alkohol, hochwertigem Eigelb, Eiweiß und Zucker oder Honig.
Anstelle der Bezeichnung Eierlikör können die Bezeichnungen Advokat, Advocaat oder Avocat gewählt werden.
Mindestalkoholgehalt: 14 % Vol. |
| Enzian |
Enzian, eine Spirituose des bayrischen Hochgebirges, der aber auch in den österreichischen, italienischen, schweizerischen und französischen Alpen getrunken wird, wird nicht aus den becherartigen, tiefblauen Blüten des Enzians gewonnen, die auf Flaschen und Tonkrügchen mit Enzian aufgemalt sind, sondern aus den dicken Wurzeln.
Als Rohstoffe dienen in erster Linie die Wurzeln des gelben Enzians, seltener die des roten Enzians, ungarischen Enzians und punktierten Enzians, die in den süddeutschen Kalkalpen, vor allem im Bayrischen Allgäu, in den angrenzenden österreichischen Gebieten Tirols und Vorarlbergs, sowie in der Schweiz und den italienischen Südalpen verbreitet sind. Die Wurzeln des Blauen Enzians werden entgegen einer verbreiteten Ansicht nicht verarbeitet. Der Mindestalkohol beträgt 37,5 % Vol. Bayrischer Gebirgsenzian ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung; deren Verwendung setzt einen Mindestalkoholgehalt von 38 % Vol. voraus.
Der handelsübliche Alkoholgehalt liegt mit 45 % bis 50 % Vol. weit über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalkoholgehalt. |
| Genever |
Genever ist eine vor allem in den Niederlanden hergestellte Branntweinspezialität. Man unterscheidet dort heute den oude (alten) und den jonge (jungen) Genever. Ersterer besitzt einen stark malzigen Charakter und wird unter Verwendung von relativ viel Moutwijn (sprich Mautwein) erzeugt. Moutwijn ist ein Branntwein, der aus einer Maische stammt, bei der etwa gleiche Teile von Gerstenmalz, Roggen und Mais eingemaischt werden.
Jonge Genever ist ein Trinkbranntwein mit zum Teil nur schwacher Aromatisierung. Der Wacholdercharakter ist bei den niederländischen Genevertypen meist nur sehr dezent oder überhaupt nicht ausgeprägt. |
| Gin |
Gin gehört zu den Spirituosen, die unter Verwendung von Wacholderbeeren hergestellt werden. Das Wort Gin hat den gleichen sprachlichen Ursprung wie Genever, im Gegensatz zu diesem muß der Wacholderbeergeschmack den sensorischen Gesamteindruck bestimmen.
Gin hat einen Mindestalkoholgehalt von 37.5 % Vol.
(Ein als "Dry Gin" bezeichnetes Erzeugnis mußte nach bisheriger Rechtslage einen Alkoholgehalt von wenigstens 40 % Vol. aufweisen und durfte keinen Zucker enthalten; die Weitergeltung dieser Verkehrsauffassung ist fraglich.) |
| Goldwasser |
s. Stichw. Danziger Goldwasser |
| Grappa |
s. Stichw. Tresterbrand |
| Himbeergeist |
Himbeergeist zählt zu den aromareichsten Obstspirituosen. Von allen "Geisten" hat mit Abstand der Himbeergeist, besonders aus Waldhimbeeren, die größte Bedeutung.
Während für einen Himbeergeist ohne geographische Angabe der Mindestalkoholgehalt 37,5 % Vol. beträgt, muß der in der EG-Verordnung geschützte "Schwarzwälder Himbeergeist" mindestens 40 % Vol. aufweisen. |
| Jarcebinka |
Fruchtsaftlikör auf Vogelbeerbasis von herbsaurem, oft bitterem Geschmack aus der Tschechoslowakei. |
| Kaffeelikör |
In den letzten Jahrzehnten gewannen Kaffee- bzw. Mokka-Liköre schnell an Bedeutung. Angeregt wurde diese Nachfrage, weil Kaffee eine beliebte Mischzutat zum Alkohol wurde. Sehr bekannt wurde der Irische Kaffee. Dazu verwendet man starken Kaffee, Zucker, Whisky und Schlagsahne. Man erhitzt den Mixbecher, gießt einen Schuß irischen Whisky hinein, gibt drei Würfel Zucker hinzu und füllt den Becher mit dem frisch aufgebrühten, starken und schwarzen Kaffee. Nach dem Eingießen in ein Glas gibt man etwas Schlagsahne obenauf. Kaffee-Diaboli ist eine besondere Attraktion. Hierbei wird Brandy oder Whisky erst zum Schluß vorsichtig auf den Kaffee gegossen, so daß er obenauf schwimmt. Vor dem Gast wird der Alkohol dann entzündet.
Der Mokkalikör soll die Skala des Mischens mit Kaffee erweitern helfen. Besonders in den USA wurden Mokka-Liköre zu einem Modegetränk. Die bekannteste Marke ist der Kahlua, der in Mexiko hergestellt wird und nicht nur in ganz Amerika, sondern auch in Europa abgesetzt wird. Außer Kahlua-Mokkalikör dürfte nur noch der Likör Tia Maria weltweit im Handel sein. Tia Maria kommt aus Jamaika. Besonders beliebt ist das Mischgetränke "Schwarzer Russe" aus einem Teil Kahlua und zwei Teilen Wodka, der auf zerhackte Eisstücke gegossen und in Cocktailgläsern serviert wird.
Bekannt wurde außerdem die Marke Espresso-Kaffeelikör mit 30 % Vol., der aus Ancona (Italien) kommt. Er hat einen stärkeren Kaffeegeschmack als die übrigen Mokkaliköre und wird aus einer Mischung Brasiliakaffee und Angolakaffee hergestellt. Auch hier ist die Mischung mit Wodka sehr beliebt, weil Wodka am wenigsten den Kaffeegeschmack beeinträchtigt: zwei Teile Wodka, einen Teil Espresso und einen Spritzer Zitronensaft.
In Holland kennt man den Brasiliakaffee, 24 % Vol., ein mit brasilianischem Kaffee aromatisierter Fruchtwein. An der Westküste Amerikas trinkt man am liebsten Royal Hawaiian Kona Kaffee, 26 % Vol., hergestellt auf Hawaii. |
| Kahlua |
ist ein in Mexiko aus Kaffeebohnen und Tequila hergestellter dunkelbrauner Kaffeelikör mit 26,5 % vol. |
| Kartäuser |
Kräuterlikörgattung. Die ersten Hersteller waren Mönche des Stammklosters des Kartäuserordens (Einsiedlerorden, von Bruno von Köln 1084 im Tal Chartreuse bei Grenoble gegründet), daher auch die Bezeichnung "Chartreuse". |
| Kirsch mit Rum |
"Kirsch mit Rum" ist ein Likör, hergestellt aus Sprit, Wasser, Kirschsaft, Zucker und Rum (s. Stichw. Fruchtsaftliköre). Der Rumanteil ist nicht festgelegt, doch wird erwartet, daß der Rum geruchlich und geschmacklich deutlich wahrnehmbar ist. |
| Kirschbrand |
Der Kirschbrand ist eine Spirituose aus der Kategorie Obstbrand, die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation von frischen, fleischigen Kirschen oder des frischen Mostes dieser Früchte - mit oder ohne Steine - gewonnen wird. Der gesamte Alkohol muß aus den vergorenen Kirschen stammen. Eine Zuckerung oder Zusatz von Alkohol anderer Herkunft stellt eine Verfälschung dar.
Ein Kirschbrand kann auch als "Kirsch" oder "Kirschwasser" bezeichnet werden.
s. Stichw. Kirschwasser, Schwarzwälder-.
Mindestalkoholgehalt: 37,5 % Vol. |
| Kirschwasser |
Auf die Frage hin, was als typisch deutsche Spirituose gelten kann, wird neben Korn und Weinbrand auch die Bezeichnung Kirschwasser fallen, wobei von vielen Befragten gleich die Wortkombination "Schwarzwälder Kirschwasser" gewählt wird. Jahrhundertelange Tradition hat Kirschwasser zum wahrscheinlich vollkommensten Erzeugnis unter den vielfältigen Obstbränden werden lassen. Wer dem nicht zustimmen kann, muß zumindest einräumen, daß Kirsch das bekannteste und beliebteste Produkt in dieser Kategorie ist.
Hierzu trägt nicht nur die Güte der an sonnigen Südhängen des Schwarzwaldes gewachsenen Kirschen, sondern auch die sorgfältige Herstellung dieses Edelbranntweins bei. Erzeugnisse aus Bergkirschen der südlichen Gneis- oder Granithänge gelten für wertvoller als solche aus "Talkirschen", die auf Sandböden gewachsen sind. Ganz besonders gute Kirschwässer sollen aus dem Renchtal, aber auch aus andern Schwarzwaldtälern kommen. Wenn auch nicht bestritten werden kann, daß das Schwarzwälder Kirschwasser seinen guten Ruf zu Recht hat, so kann auf der anderen Seite nicht übersehen werden, daß ebenfalls aus guten Kirschenlagen außerhalb des Schwarzwaldes qualitativ hervorragende Kirschwässer geliefert werden.
Kein Wunder, daß sich die meisten Großbetriebe, die Kirschwasser herstellen, im Schwarzwald befinden. Aber auch die "Namenlosen" verstehen es, einen guten Kirsch zu brennen. Noch Zehntausende zählen die badischen Kleinbrenner, Abfindungsbrenner und die "Stoffbesitzer". Das sind nach dem Branntweinmonopolgesetz Erzeuger, die keine eigene Brennerei besitzen, aber selbstgewonnenes Obst in der Brennerei eines anderen brennen.
Der Mindestalkoholgehalt für Kirschwasser beträgt 37,5 % vol., jedoch für "Schwarzwälder Kirschwasser" (und "Fränkisches Kirschwasser") 40 % Vol. |
| Klarer |
Nach EG-Recht ist "Klarer" (farblos, nicht oder nur schwach aromatisiert, extraktarm) nicht als eigenständige Kategorie definiert, so daß auf dem Etikett die Verkehrsbezeichnung "Spirituose" zusätzlich geschrieben werden muß.
Er wird hergestellt, indem Neutralalkohol, dem evtl. (aromatisierende) Geschmackszusätze beigegeben wurden, mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt wird. |
| Korn, Kornbrand |
Korn gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten deutschen Spirituosen. Rund ein Viertel der deutschen Spirituosen-Gesamterzeugung ist Korn; hierbei sind noch nicht einmal all die Spirituosen gerechnet, die "mit" Korn gemacht werden (z. B. Apfelkorn, Korn-Genever). Die Gründe der Beliebtheit des Korns beim Verbraucher sind wohl im wesentlichen folgende Faktoren:
in den Trinksitten der Deutschen;
Ein weiterer Aspekt liegt in der Tatsache, daß der Korn einmal gut zum Bier paßt; und im Biertrinken sind die Deutschen "Weltmeister". Eine ganz enge Beziehung zwischen Alkoholherstellung und Landwirtschaft hat viel dazu beigetragen, daß seit rund 500 Jahren Korn ununterbrochen erzeugt und getrunken worden ist. Genau so wie der Whisky typisch für England und der Cognac typisch für Frankreich, ist der Korn typisch für uns und unser Land. Im Gegensatz zu diesen weltweit bekannten Spirituosen ist jedoch der Korn eine deutsche Spezialität geblieben, außerhalb des deutschen Sprachraumes ist er wenig verbreitet.
Es gibt kaum eine Gelegenheit, bei der man Korn nicht trinken kann. Ob vor dem Essen, um den Appetit anzuregen, oder danach, um eine Mahlzeit einen guten Abschluß zu geben; mit Korn liegt man in jedem Fall nicht falsch. Aber auch am Ende eines arbeitsreichen Tages, zur Entspannung und Erholung ist Korn - in Maßen genossen - eine reine und klare Sache. Die Trinktemperatur ist eine Geschmacks- und Magenfrage. Doch kühl sollte Korn in jedem Fall getrunken werden, wenn auch nicht eiskalt. Korn ist zu schade zum einfachen "Kippen". Mann sollte vor dem Trinken ruhig mal am Glase "schnuppern", um die "Blume" des Korn zu genießen. Der Duft reifer Getreidefelder kommt einem entgegen.
Der Mindestalkoholgehalt beträgt 32 % Vol. |
| Kräuterliköre |
Eine besondere Spezies unter den Likören stellen zweifellos die Kräuterlikören (mind. 15 % Vol.) dar. Sie werden, wie der Name bereits verrät, aus Kräutern unter Zusatz von natürlichen Aromastoffen, Zucker und Wasser hergestellt.
Die genaue Rezeptur der einzelnen Kräuterliköre wird wohl immer ein Geheimnis der Hersteller bleiben, aber das ist auch der Grund, warum kein einziger Kräuterlikör dem anderen gleicht.
Zur Familie der Kräuterliköre gehören natürlich auch die Klosterliköre, wie Benediktiner und Chartreuse. Hierbei handelt es sich meist um sehr alte Rezepturen, die von Nonnen und Mönchen mit viel Liebe und Fachkenntnis hergestellt werden - manchmal auch nach deren Rezepten. Diese sind selbstverständlich ebenso ein streng gehütetes Geheimnis und werden (wer kann es den marketingorientierten Herstellern verübeln) entsprechend mystifizierend und absatzträchtig eingesetzt. Die weltbekannten Liköre Chartreuse und Benediktiner sind dafür ein durchaus sympathisches Beispiel. Nicht zuletzt auch ein generell gültiger Hinweis, daß es gerade bei Genußprodukten immer auch auf ein Stückchen Erlebniswelt ankommt.
Die Kräuterliköre sind beliebt wegen ihrer appetitanregenden, verdauungsfördernden und wohltuenden Wirkung. Man trinkt sie gekühlt. Zum Mixen sind sie zwar weniger geeignet, aber ansonsten steht einer vielfältigen Verwendung (z. B. zur Verfeinerung bestimmter Speisen) nichts im Wege. |
| Kristalliköre |
Kristalliköre sind Liköre, die Zuckerkristalle enthalten. Das Gelingen der einwandfreien Kristallbildung hängt weitgehend vom Reinheitsgrad des verwendeten Zuckers (Kandis) ab, ebenso wie auch ein ganz bestimmtes Verhältnis zwischen der verwendeten Zuckerlösung und der Spritmenge. Die Tatsache, daß die Kristallbildung den Hersteller zuweilen nicht befriedigt, hat zu der Feststellung geführt, den Kristallisationsprozeß auf der Flasche und die Likörfertigstellung voneinander zu trennen. Man geht dabei von einem neutralen, aromalosen Grundlikör aus, der also nur aus Zucker, Wasser und Sprit besteht, aber noch keine aromagebenden Zutaten enthält. Erst wenn die Kristallbildung zur Zufriedenheit ausgefallen ist, wird der eigentliche Likör mit allen Ingredenzien unter Mitverwendung des aus den Flaschen wieder entfernten Grundlikörs zusammengestellt.
Die Kristallisation erfolgt so langsam wie möglich. Sie soll erst dann einsetzten, nachdem die Flaschen gefüllt in Ruhe stehen, damit sich schöne, glitzernde Kristalle an möglichst vielen Stellen der Flasche bilden. Unregelmäßige Unterbrechungen sind oft nicht unerwünscht, weil man durch diese Lücken auf die gegenüberliegende Kristallfläche hindurchblicken kann und die letztere auf der Oberfläche meist einen schöneren Eindruck macht als auf ihrer nach außen gekehrten Unterseite. |
| Kroatzbeere |
Bezeichnung für Brombeere in schlesischer Mundart. Die Bezeichnung ist zu einer allgemeinen Beschaffenheitsangabe für Brombeerlikör geworden. Dagegen ist die Bezeichnung "Echte Kroatzbeere" einem einzigen Hersteller geschützt. |
| Kümmel |
ist die alternative Bezeichnung für eine "Spirituose mit Kümmel". Das Kümmelaroma muß den Charakter des Erzeugnisses prägen. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 30 % Vol. |
| Kümmellikör |
Kümmelliköre sind Gewürzliköre mit einem Mindestalkoholgehalt von 30 % Vol., die über Kümmelkörner destilliert werden (vgl. Stichw. "Allasch") |
| Likör |
Liköre kann man im allgemeinen als stark versüßte und gewürzte Spirituosen bezeichnen. In diesen wenigen Worten ist alles enthalten, was man von Likören überhaupt sagen kann, denn sämtliche, sie mögen Namen haben, wie sie wollen, bestehen aus Alkohol, Wasser, Zucker und dem Aroma, dem ätherisch Öl, den bitteren Extrakten aus Gewürzen, Pflanzenteilen oder Fruchtsäften.
Das Wort Likör ist abgeleitet von dem lateinischen Wort "liquor", das auf Deutsch "Flüssigkeit" bedeutet. Es ist bekannt, daß die Italiener bereits im Jahr 1332 süß duftende, geistige Getränke nach Paris brachten, welche sie "Liquori" nannten (franz.: "Liqueur").
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| Magenbitter |
Die Magenbitter sind Spirituosen, die wegen ihrer verdauungsfördernden und wohltuenden Wirkung bevorzugt werden.
Die günstige Wirkung auf die Magen- und Darmtätigkeit wird durch ausgesuchte Kräuter, Gewürze und Aromen hervorgerufen. Magenbitter besteht nämlich aus bitteraromatischen Kräutern, Fruchtauszügen, Extrakten und ätherischen Ölen.
Der Alkoholgehalt beträgt häufig mehr als 40 % Vol. Vorgeschrieben sind nach den Europäischen Begriffsbestimmungen mind. 15 % Vol. |
| Malt Whisky |
ist der ursprüngliche "Scotch Whisky" und damit neben dem irischen der älteste Whisky der Welt. Er wird aus gegorener Gerstenmalzmaische durch zweimalige Destillation im sog. "pot still"-Verfahren hergestellt und anschließend in Wildkirsch-, Apfel- oder Steineichenholzfässer gelagert. Lagerdauer meist 8 bis 12 Jahre. |
| Mandellikör |
bekannt auch unter der Bezeichnung "Amaretto", wird aus speziellen Mandeln und verschiedenen Kräutern hergestellt. |
| Maracuja |
Maracuja ist ein Fruchtsaftlikör, der hergestellt ist aus der Passionsfrucht (Passiflora), einer tropischen Pflanze, die in zahlreichen Variationen vorkommt. Die Früchte liefern einen intensiv-aromatischen, sehr feinfruchtigen säuerlichen Saft, angenehm erdbeerartig mit pfirsichartigem Nachgeschmack.
Im Maracuja-Likör muß als wesentlich geschmacksbestimmender Anteil der Saft der Passionsfrucht enthalten sein. Hierdurch sind der - erlaubten - Verwendung weiterer Fruchtsäfte und natürlicher Aromastoffe Grenzen gesetzt. Der Gehalt an Fruchtsaft muß bei Maracuja-Likör - wie bei allen Fruchtsaftlikören - mindestens 20 l je 100 l Fertigware betragen. Die Färbung mit Farbstoff - gleich welcher Art - ist unzulässig |
| Maraschino |
Maraschino oder Marrasquino ist ein farbloser Likör, dessen Aroma überwiegend durch Verwendung des Destillats der Maraskakirsche (wildwachsende Kirsche der Wälder von Dalmatien - Küstenlandschaft im ehem. Jugoslawien an der Adria) und/oder aus dem Destillat der in Alkohol eingemaischten Kirschen und/oder eines Teils dieser Frucht stammt. |
| Marillenbrand |
Marillen = Aprikosen, s. Stichw. Aprikosenbrand |
| Mocca-Likör |
Ein als Mocca-Likör bezeichnetes Erzeugnis muß sich von anderem Kaffee-Likör durch besonderen Aromareichtum und besondere Geschmacksfülle unterscheiden.
Der Mindestalkoholgehalt beträgt 15 % vol. Siehe Stichwort "Kaffeelikör". |
| Obstler |
Bezeichnung für einen Obstbrand aus Kernobst. |
| Obstwasser |
s. Stichw. Obstler. |
| Ouzo |
Ouzo (sprich Uzo) ist eine farblose, typisch griechische Spirituose. Ein Bestseller aus Griechenland war jahrelang der "Ouzo 12" dessen Geschichte 1880 in Konstantinopel begann. Damals wurde Ouzo aus großen Holzfässer abgezogen und verkauft. Diese Fässer wurden numeriert, um die verschiedenen Sorten und Qualitäten zu unterscheiden. Bald hatten die Kenner Ouzo aus dem Faß Nr. 12 ausgewählt, und so wurde dieser Ouzo unter dem Namen "Ouzo 12" verlangt. Im Jahre 1919 zog die Firma Kaloyannis nach Athen, wo auch die zweite und dritte Generation die Produktion von "Ouzo 12" mit dem Originalrezept und dem gleichen Erfolg fortgesetzt hat. "Ouzo 12" wird zweifach destilliert. Sein Geschmacksgeheimnis liegt in der Mischung seltener Kräuter, die ihm neben Anis sein unverkennbares Aroma verleihen.
Die Europäische Spirituosenverordnung schützt die Bezeichnung "Ouzo" als besondere "Spirituose mit Anis". Sie muß aber ausschließlich in Griechenland hergestellt sein. Mit dieser Bezeichnung dürfen sowohl deutsche Spirituosenhersteller als auch Griechen, die in Deutschland einen Betrieb eingerichtet haben, diese Spirituose nicht in den Verkehr bringen.
Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 % Vol.
Ouzo wird überwiegend pur, auf Eis oder mit einem Schuß gekühltem Mineralwasser (ohne Kohlensäure) getrunken. |
| Pacharán |
Eine spanische Obstspirituose, die durch Einmaischen von Schlehen mit ein Mindesteinwaage an Frucht (250 g/l r. A.) gewonnen wird. |
| Palo |
Unter dieser Bezeichnung wird in Spanien ein Likör verstanden, der unter Verwendung von Johannisbrot (Hülsenfrucht des Johannisbrotbaumes, in Mittelmeerländern heimisch) hergestellt wird. |
| Parfait d’Amour |
ein in Frankreich und den Niederlanden bekannter Likör mit einem herrlichen aus Veilchen stammenden Blütenaroma und exotischen Zutaten. |
| Pastis |
Eine Spirituose mit Anis, die natürliche Extrakte aus Süßholz enthält. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 40 % Vol. |
| Pfirsichbrand |
Pfirsichbrand bzw. Pfirsichgeist trifft man relativ selten an. In der Brennerei werden nur Überschußobst bzw. angefaulte oder sonstwie beschädigte Früchte, die für den Frischverzehr nicht absetzbar sind, verarbeitet.
Pfirsichbrand riecht und schmeckt frisch und fruchtig wie ein edler Steinobstbrand. Das Pfirsicharoma tritt nicht ausgeprägt in Erscheinung. Merklicher aber auch nicht besonders ausgeprägt tritt das Pfirsicharoma im Pfirsichgeist hervor. Er schmeckt fruchtiger und lieblicher, wenn auch etwas einförmiger als Pfirsichbrand. Die Wirtschaftlichkeit der Herstellung ist bei Pfirsichgeist eher gegeben als bei Pfirsichbrand. |
| Picon |
Die 1887 in Philipeville gegründete Firma wurde schnell weltbekannt durch ihren Amer Picon (amer-bitter). Gaeton Picon erfand das Rezept und gab dem Getränke seinen Namen. Orangenschalen, Enzian und Chinarinde sowie viel Herstellertalent geben dem Picon seinen köstlichen Geschmack.
Amer Picon wird mit Bier und 1 Schuß Zitronensirup vermischt und in Frankreich vor dem Essen als Aperitif gereicht. Sein Alkoholgehalt beträgt 21 % vol.
Seine Nachkommen, der Picon rouge, blanc und dry, sind auch dem deutschen Gaumen bestens vertraut. Dies sind zwar keine Liköre, sondern Aperitifs, mußten aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Ein köstlicher Likör ist der Curacao-Picon. In Frankreich trinkt man ihn als Digestif, als Verdauungsschluck, und verwendet ihn in Cocktails und für die Verfeinerung vieler Desserts. Der Curacao-Likör Picon lagert mehrere Monate in großen Holzfässern, die ihm eine besondere Feinheit geben. Er wird in einer attraktiven Flasche angeboten und hat einen Alkoholgehalt von 40 % Vol. |
| Raki |
Raki ist eine hauptsächlich in der Türkei hergestellte und weit verbreitete Anisspirituose. Er ist wasserhell und stark aromatisiert. Hergestellt wird er fast nur aus getrockneten Weinbeeren (Rosinen), aber auch aus getrockneten Feigen.
Der Alkoholgehalt schwankt zwischen 45 % Vol. (Yeni-Raki - neuer Raki) und 50 % Vol. (Külup-Raki und Altinbas-Raki).
Raki wird mit Eiswasser, Mineralwasser oder "on the rocks" getrunken. |
| Rum |
Rum ist eine in den Tropen aus Zuckerrohr (Rohrmelasse) oder Rückständen der Zuckerrohrverarbeitung gewonnene Spirituose.
Die wichtigsten und bekanntesten Herstellungsgebiete von Rum sind: Jamaika, Bahama-Inseln, Barbados, Trinidad, Jungfern-Inseln, Guadeloupe, Martinique, Puerto-Rico, Guayana, Kuba, Madagaskar, Réunion und Mauritius. |
| Sake |
Sake (sprich. Sahke) oder auch Reiswein genannt, ist ein in Japan (und China) aus Reis hergestelltes alkoholisches Getränk von hellgelber Farbe, angenehm duftend, mit eigenartigem Gärungsbukett und leicht säuerlichem Geschmack, der dem Arrak ein wenig ähnelt. Dieses Getränk soll in Japan schon vor zweieinhalb Jahrtausenden hergestellt worden sein. Sake enthält 16 - 17 % Vol. Er ist trotz des Namens mit einem Wein auch nicht annähernd zu vergleichen. Sake wird meist warm getrunken. Man gießt den Inhalt einer Flasche Sake in einen Krug, japanisch "Choshi" genannt, welcher dann in kochendes Wasser getaucht wird, bis die Temperatur des Sake ca. 45° erreicht hat. Der erwärmte Sake wird nun in eine kleine Porzellantasse, genannt "Sakazuki", oder in ein kleines Glas gefüllt und langsam, während er noch warm ist, genippt. Sake kann auch kalt getrunken werden. Im Sommer stellt man ihn in den Kühlschrank, und so entsteht ein erfrischendes Getränk von ganz eigenartigem Aroma. |
| Sambuca |
Sambuca ist ein farbloser mit Anis aromatisierter Likör, der ein Destillat von grünem Anis und/oder Sternanis und evtl. anderen Kräutern enthält. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 38 % Vol.
Sambuca de Cesarie und Sambuca Extra sind aus Italien stammende weiße d.h. farblose Holunderbeer-Fruchtaromaliköre mit zusätzlichem Anisgeschmack und einem Alkoholgehalt von 40 % Vol.
Ein Farbloser als "Sambuca Romana" bezeichneter Likör weist ebenfalls einen Anisgeschmack auf und wird unter Verwendung von Holunderblütendestillat hergestellt. |
| Schlehenbrand, -geist |
Schlehenbrand bzw. Schlehengeist trifft man nicht sehr häufig im einheimischen Spirituosensortiment. Es handelt sich aber um Spirituosen, die durchaus ansprechend sind.
Während Schlehenbrand (Schlehenwasser) etwas an Kirschwasser erinnert, weisen Schlehengeister ein schwaches, pflaumenbrandähnliches Aroma auf. |
| Schwarzwälder Kirschwasser |
Schwarzwälder Kirschwasser ist eine Herkunftsbezeichnung.
Ein Kirschwasser darf nur dann als Schwarzwälder Kirschwasser bezeichnet werden, wenn es im Schwarzwald aus Kirschen des Schwarzwaldes und seines nahe gelegenen Vorlands hergestellt wurde.
s. Stichwort Kirschwasser |
| Schweden- punsch |
Schwedenpunsch ist ein Likör, der unter Mitverwendung von Arrak und Gewürzen hergestellt wird. Schwedenpunsch pflegt eisgekühlt getrunken zu werden. Eis soll aber nicht in den Punsch hineinkommen. |
| Slibowitz |
Slibowitz ist ein aus Serbien stammender Obstbrand, der aus dunkelblauen Zwetschgen (bzw. Pflaumen) hergestellt wird. Die Bezeichnung leitet sich vom serbischen "sliva" (= Pflaume) ab. Und deshalb heißt auf der ganzen Welt dieser gute Schnaps Slijivovica bzw. Slivowitz oder Slibowitz (böhmisch). Die Sudetenländer sagen Slikowitz.
Der größte Zwetschgenproduzent Europas ist das ehem. Jugoslawien. Von dort kommt auch der Rohstoff für den Slibowitz, die weltberühmte bosnische Zwetschge, die Pozegaca. Sie ist die zuckerreichste Zwetschge. Durch die längere Lagerung des Destillats in Eichenholzfässern, wo der Slibowitz Tannin, Lignin, Säuren und Pentosen aufnimmt, erhält er seine gelbliche Tönung.
Mindestalkoholgehalt: 37,5 % Vol. |
| Steinhäger |
Zu den gefragtesten Spirituosen in Deutschland gehört zweifellos der Steinhäger. Unter dieser Bezeichnung hat er Weltruf erlangt. Er gehört nach den Europäischen Begriffsbestimmungen zu der Kategorie "Spirituosen mit Wacholder". Der Steinhäger trägt seinen Namen von dem ursprünglichen Herstellungsort, einem schmucken Städtchen am Südhang des Teutoburger Waldes in Nordrhein-Westfalen, einem Landstrich, wo es viel Wacholder gibt. Hier in Steinhagen hat man erstmalig ein Getränk hergestellt, das wegen seiner ausgezeichneten Qualität und des ansprechenden Geschmacks weit über das engere Erzeugungsgebiet hinaus Verbreitung fand und zur Unterscheidung von anderen Spirituosen mit dem Namen seines Herkunftsortes bezeichnet wurde. Die sprichwörtliche Bekömmlichkeit des Steinhägers, der aus einwandfreien Rohstoffen hergestellt ist, hat ebenfalls viel zu seiner Verbreitung beigetragen.
Der Alkoholgehalt beträgt 38 % Vol. |
| Stonsdorfer |
Ursprüngliche Herkunftsbezeichnung für einen in Stonsdorf im Riesengebirge hergestellten Typ von Bitterlikör. Jetzt Gattungsbezeichnung. Die Bezeichnung "Echter Stonsdorfer" ist einem einzigen Hersteller geschützt. |
| Subrowka |
In Polen beliebte Spirituose mit einem Alkoholgehalt von 40 % bis 55 % Vol, die sich von Wodka durch eine leichte Aromatisierung mit dem cumarinhaltigen Büffelgras (Mariengras) unterscheidet. |
| Tequila |
Mexikanische Branntweinspezialität, bezeichnet nach der Ortschaft Tequila im Bundesstaat Jalisco. Ausgangspunkt ist die inulinhaltige Maguey-Agave. |
| Topinambur |
Topinambur wird überwiegend in den badischen Erzeugungsgebieten sehr geschätzt, wo er vor allem in den bäuerlichen Kleinbrennereien hergestellt wird. Er duftet fruchtig und hat einen zwar intensiven aber angenehmen leicht erdigen Geschmack, der entfernt an Enzian erinnert. Dem Topinambur wird eine wohltuende Wirkung auf den Magen nachgesagt.
Der Rohstoff, aus dem die Spirituose gewonnen wird, ist die Knolle der Topinamburpflanze - eine alte, aber wenig bekannte Kulturpflanze der Indianer aus vorkolumbianischer Zeit.
Mindestalkoholgehalt: 38 % Vol. |
| Tresterbrand |
Tresterbrand oder Trester wird aus vergorenen Traubentrestern hergestellt.
Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 % Vol.
Tresterbrand ist besonders verbreitet in Italien ("Grappa") sowie in Frankreich und der Schweiz ("Marc"). Das Erzeugnis muß als "Trester" oder "Tresterbrand" bezeichnet werden, beim italienischen Produkt genügt die Angabe "Grappa". |
| Tzuika |
Tzuika ist ein rumänischer Pflaumenbrand mit einem Alkoholgehalt von etwa 45 % Vol.
Er wird aus vollreifen, süßen und fleischigen Früchten - einer speziellen Pflaumenart, die in Rumänien nur für die Herstellung dieser Spirituose verwendet wird - gebrannt. Seine goldgelbe Farbe und das abgerundete fruchtige Bukett verdankt der Tzuika einer vieljährigen Lagerung in Eichenholzfässern. Der auf dem deutschen Markt zu Verkauf kommende Tzuika ist 10 Jahre alt.
Die besten Tzuikas kommen aus den Gebieten von Buzau, Valenii de Munte, Pitesi, Cimpulung und dem Mures-Tal.
In Rumänien trinkt man Tzuika zum Kaffe oder vor und während einer üppigen Mahlzeit. |
| Vanillelikör |
Als "Vanillelikör" wird nur ein Likör bezeichnet, bei dessen Herstellung ausschließlich Vanilleschoten, kein Vanillin, verwendet worden sind.
Der Mindestalkoholgehalt beträgt 15 % Vol |
| Wacholder |
Ein Erzeugnis aus der Kategorie "Spirituose mit Wacholder". In Deutschland traditionell hergestellt aus Sprit und/oder Korndestillat unter Zugabe von Wacholderdestillat und/oder Wacholderlutter, aber ohne Zugabe von Wacholderöl.
Wacholderdestillat wird gewonnen durch Destillation von Wacholderbeeren nach Überziehen mit Alkohol. Wacholderlutter wird das Destillat aus vergorener Wacholderbeermaische genannt, das einem Alkoholgehalt von höchstens 15 % Vol. aufweist. Andere würzende Stoffe dürfen mit verwendet werden, doch muß der Geschmack nach Wacholderbeeren wahrnehmbar sein.
Der Mindestalkoholgehalt ist mit 32 % Vol. festgelegt. |
| Waragi |
Waragi ist ein Brand aus Bananen, der in Uganda heimisch ist. |
| Weinbrand |
Weinbrand (heute Synonym für Brandy) ist eine Spirituose die aus Branntwein mit oder ohne Weindestillat, das zu weniger als 94,8 % Vol. destilliert ist, gewonnen wird, sofert dieses Destillat höchstens 50 % des Alkoholgehalts des Fertigerzeugnisses nicht übersteigt und die in Eichenholzbehältern mindestens ein Jahr oder aber mindestens sechs Monate, wenn das Fassungsvermögen der Eichenfässer unter 1000 l liegt, gereift ist.
Der Mindestalkoholgehalt für "Deutschen Weinbrand" wurde auf 38 % Vol. festgelegt, im übrigen 36 % Vol. |
| Whisky / Whiskey |
Das Wort Whisky stammt aus dem Gälischen und bedeutet Lebenswasser. Schottischer (Scotch) Whisky wird aus Gerstenmalz und/oder aus ungemälztem Getreide und Gerstenmalzzusatz gewonnen, man unterscheidet demnach Malt Whisky und Grain Whisky, der in seinen Eigenschaften dem Korn verwandt ist. Im allgemeinen werden Malt und Grain Whisky zum Blended Whisky zusammengestellt.
So unterschiedlich die Herstellungsarten von W. sind, so unterschiedlich sind auch die Trinkgewohnheiten in den Ländern bzw. der Arten von Whisky:
Mindestalkoholgehalt: 40 % Vol. |
| Williams- Birnenbrand |
Die Bezeichnung Williams-Birnenbrand oder Williams ist einem Erzeugnis vorbehalten, das ausschließlich aus Birnen dieser Sorte gewonnen wird. Die Mitverwendung anderer Birnen und der Zusatz von Alkohol anderer Art stellen Verfälschungen dar. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 % Vol. |
| Wodka |
(russisch: Wässerchen) ist eine Spirituose, die aus Äthylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs entweder durch Rektifikation oder durch Filtrieren über Holzkohle - gegebenenfalls mit anschließender einfacher Destillation - oder durch eine gleichwertige Behandlung gewonnen wird, welche die organoleptischen Merkmale der verwendeten Ausgangsstoffe selektiv abschwächt. Durch Zusatz von Aromastoffen können dem Erzeugnis besondere organoleptische Eigenschaften, insbesondere ein weicher Geschmack, verliehen werden. |
| Zwetschen brand |
Eine Edelspirituose der Kategorie Obstbrand aus vergorenen Zwetschgen. Anstelle der Bezeichnung Zwetschenbrand kann auch die Bezeichnung Zwetschgenwasser treten. |